Studentenstadt München e.V. fördert die Sanierung der Hans-Scholl-Halle
An der inzwischen abgeschlossenen Sanierung der Hans-Scholl-Halle beteiligt sich der Studentenstadt München e.V. mit rund einer Million Euro.
In gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk und dem Architekturbüro Christoph Maas wurde das Konzept für Turnhalle und Gastronomie ausgearbeitet. Die Förderung des Vereins umfasst insbesondere den Ausbau der Turnhalle zu einer Versammlungsstätte, sowie die vollausgestattete Gastroküche der „Tribühne“.
Von Paris lernen: Perspektiven für die Studentenstadt München
Im Mai 2026 besuchte eine Delegation des Studentenstadt München e.V. die Cité Internationale Universitaire de Paris. Die Cité gilt weltweit als eines der bedeutendsten Beispiele für internationales studentisches Wohnen und vereint seit über 100 Jahren Studierende, Kultur und Völkerverständigung auf einem gemeinsamen Campus.
Ziel der Reise war es, die Geschichte, Organisation und Entwicklung dieses einzigartigen Hochschulquartiers kennenzulernen und mit Verantwortlichen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Besonders interessiert haben uns die Fragen, wie internationale Zusammenarbeit, kulturelles Leben und langfristige Governance erfolgreich gestaltet werden können.
Die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse fließen in unsere Überlegungen zur Zukunft der Studentenstadt München ein. Dabei geht es nicht darum, Paris zu kopieren, sondern zu verstehen, welche Ideen und Erfahrungen sich auf die Münchner Situation übertragen lassen.
Sanierung Haus 9 und 12 durch die Bayernheim GmbH
Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim saniert derzeit die beiden größten Gebäude der Münchner Studentenstadt, Haus 9 und Haus 12, umfassend und baut sie bis auf den Rohbau zurück. Dabei entstehen insgesamt 1.025 modern ausgestattete Apartments für Studierende, die langfristig zu bezahlbaren Mieten angeboten werden sollen. Die Arbeiten laufen seit Sommer 2024 planmäßig; die Fertigstellung von Haus 12 ist für 2027, die von Haus 9 für Ende 2028 vorgesehen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 151 Millionen Euro leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von dringend benötigtem studentischem Wohnraum in München.
Die schönste Zeit im Leben!
Wer hat diesen Satz nicht gehört zu Beginn seines Studiums? Meist von Menschen, deren eigenes Studium schon einige Jahre zurück liegt. Die „mitten im Leben“ stehen – gemeint sind damit in der Regel „Familie“ und „Beruf“.
„Mitten im Leben“ steht aber natürlich auch jeder, der gerade erst mit seinem Studium begonnen hat. Und wer zugleich in ein Studentenwohnheim einzieht, der mag über Vieles klagen. An „echtem“ Leben aber wird es ihm nicht mangeln.
Heimat auf Zeit
Wie kaum eine andere Wohnform ist das Leben in einem Studentenwohnheim eine Zeit der Veränderung: Eine neue Stadt, das Studium, das erste Mal Wohnen ohne Familie. Keine WG mit Freunden, die man schon lange kennt. Allein im Appartement oder in einer Wohngruppe. Alles ist neu, alles in Bewegung.
Ein Wohnheim ist eine Bleibe auf Zeit. Auf drei Jahre ist die reguläre Wohnzeit beschränkt. Verlängert kann sie werden, wenn man sich für die Gemeinschaft engagiert.
Jeder entscheidet selbst, ob und wie er sich einsetzt. Ob er sich am Gemeinschaftsleben beteiligt, oder nicht. Aber wenn, dann wird aus der Bleibe, der Unterkunft, die man vielleicht zuerst nur gewählt hat, weil das Wohnen in München so teuer ist, schnell die neue Heimat.
Wohnen 1963 – Heute
Heute wohnen nur 14 Prozent aller Münchner Studierenden in einem Wohnheim, 28 Prozent bei den Eltern, 23 Prozent in einer WG und 17 Prozent in einer eigenen Wohnung. Zur Untermiete, also in dem klassischen möblierten Zimmer mit mehr oder weniger verständnisvoller Wirtin, wohnen weniger als 2 Prozent (DSW Sozialerhebung 2009).
Das sah 1963, als die Studentenstadt bezogen wurde, noch ganz anders aus: 44 Prozent der Studierenden – die mit Abstand größte Gruppe – wohnte zur Untermiete. Bei Eltern oder Verwandten wohnten 36,4 Prozent, 12,4 Prozent im Studentenwohnheim und nur 7 Prozent in einer eigenen Wohnung.
Mit der Veränderung der Wohngewohnheiten hat sich auch das Wohnen im Wohnheim verändert. Jeder neue Bauabschnitt, jede Sanierung oder Renovierung brachte neue Formen, neue Modelle: mehr Einzelappartements, mehr Komfort in WG-Zimmern, eigene Nasszellen oder neue Gemeinschaftseinrichtungen.
Ein Einzelzimmer in der Studentenstadt kostete 2009 zwischen 213,70 € und 310,70 €. Und während man sich 1963 noch mit einem Vorstellungsgespräch bei den Bewohnern bewarb, führt heute eine Warteliste mit rund zwei Semestern Wartezeit zum Zimmer.
Eine bunte Mischung
Die Studentenstadt ist international. Studierende aus allen Weltregionen leben hier gemeinsam. Schon die ersten Gedankenspiele rund um die neue Stadt zeichneten das Bild einer internationalen Gemeinschaft – Anfang der sechziger Jahre vielleicht noch weniger eine Selbstverständlichkeit als heute.
Natürlich sind nicht alle Ideen Wirklichkeit geworden: Weder entstand auf dem damals noch an der Peripherie Münchens gelegenen Gelände eine „Cité Universitaire“ nach Pariser Vorbild, noch beteiligten sich, wie erhofft, die Heimatländer der internationalen Studierenden an den Baukosten.
Dennoch zeugen die Planungen der Gründerväter der Studentenstadt, allen voran der damalige Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität, Professor Dr. Egon Wiberg, von Weltoffenheit, Weitblick und außerordentlichem Verhandlungsgeschick!
„Es ist geplant, Häuser der verschiedenen Nationen zu errichten, in denen die ausländischen Studierenden des betreffenden Landes mit einer gleichen Anzahl deutscher Studierender zusammenwohnen, zum Nutzen einer Vertiefung der menschlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Auslande. Da in München zur Zeit 2.500 Ausländer studieren, würde dies beim Verhältnis 1:1 von deutschen zu ausländischen Studierenden eine Gesamtzahl von 5.000 Studenten ergeben…“
— Prof. Dr. Egon Wiberg, Chemiker und ehemaliger Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität: „Sorgen eines Rektors“, 5. Mai 1958
Keine Bettenburg
Die Studentenstadt ist groß. Nicht ganz so groß, wie von Egon Wiberg erträumt. Nicht 5.000 Studierende leben hier, sondern „nur“ 2.500. Damit ist sie aber noch immer die größte studentische Wohnanlage Deutschlands.
Dennoch ist die „StuSta“ keine anonyme Bettenburg, kein Studentenghetto am Stadtrand. Wer hier wohnt, teilt nicht nur die WG, Gemeinschaftseinrichtungen und die tägliche Fahrt mit der U-Bahn zur Uni, sondern oft auch ein Lebensgefühl. Den Raum dafür zu schaffen, und nicht nur umbaute Fläche, war das zentrale Anliegen der Planer der Stadt und des Vereins bis heute.
Auf dem Gelände finden sich eine Sporthalle, Sportplätze, Kneipen, ein Brotladen, ein eigener Kindergarten, eine Sauna und ein Lesesaal für konzentriertes Lernen. Vereine und vor allem die studentische Selbstverwaltung kümmern sich darum, dass alles läuft.
Experimente bitte!
Tutoren, studentische Selbstverwaltung, Vereine, all das gibt es inzwischen in den meisten Wohnanlagen. Was also ist das Besondere an der Studentenstadt? Ihre Unabhängigkeit und die Freiheit zum Experiment, die diese Unabhängigkeit eröffnet.
Seit ihrer Gründung ist die Studentenstadt der Ort, Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern sie mit Unterstützung des Vereins auch auszuprobieren. Ein Beispiel ist die Einrichtung der ersten Kinderkrippe für die Kinder studierender Eltern 1975. „Kinderbetreuung“ war damals für Studierende schlicht nicht vorgesehen – und konnte darum auch nicht wie heute von den Studierendenwerken angeboten werden.
Ein anderes Beispiel ist das StuStaCulum (Studentenstadt Spectaculum). Seit 1989 findet dieses größte studentische Kultur- und Theaterfestival jedes Jahr auf dem Gelände der Studentenstadt statt. Organisiert wird es von Studierenden für Studierende im Verein Kulturleben in der Studentenstadt. Und das inzwischen auf professionellem Niveau und mit mehr als 30.000 Gästen an vier Tagen!